Das szenografische Ausstellungsprojekt „Unter Pflanzen“ widmet sich dem Rückgang von Bestäubern infolge menschlicher Eingriffe in Ökosysteme. „Unter Pflanzen“ lädt die BesucherInnen dazu ein, ihre gewohnte Perspektive zu verlassen. Im Zentrum steht die Transformation einer Bestäuberwiese in einen begehbaren Innenraum im menschlichen Maßstab. Anstatt aus einer distanzierten, dominanten Draufsicht auf Natur zu blicken, bewegen sich die BesucherInnen physisch in die Wiese hinein und nehmen die Perspektive von Insekten ein. Die Dimensionen, Dichte und Komplexität der Pflanzenwelt werden unmittelbar erfahrbar und lassen die Fragilität dieser Lebensräume sinnlich begreifen. Die Pflanzen fungieren zugleich als Informationsträger und vermitteln ökologische Zusammenhänge. Während wissenschaftliche Daten oft abstrakt bleiben, ermöglicht die räumliche Inszenierung eine unmittelbare, körperliche Erfahrung. Ergänzend entstehen Aufenthalts- und Diskursräume zwischen den Pflanzen, die die Ausstellung als Ort des Austauschs positionieren. Die künstliche Gestaltung der Pflanzen verweist auf die grundlegende Spannung zwischen Natur und ihrer anthropogenen Überformung lädt dazu ein, diese Beziehung neu zu denken und gemeinschaftlich zu verhandeln.