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DIE JAGST FLIESST SCHON IM NEUEN BETT

10|2023 AUF HÖHE DES SPORTGELÄNDES SCHREZHEIM WURDE DER FLUSS IN DIE NEUEN SCHLAUFEN IN DEN AUWIESEN UMGELENKT

Fast unscheinbar, aber mit großer Bedeutung, waren die wenigen letzten Baggerbisse – im Verhältnis zur großen Erdbewegung der Geländegestaltung – die nötig waren, um das Wasser umzuleiten: Jetzt fließt die Jagst bereits in weiten Teilen in ihren neuen Schlaufen. Beim Vor-Ort-Termin am Montag nahe des Sportgeländes Schrezheim waren Flussmeister Melchior Rettenmeier, Regierungspräsidium Stuttgart, sowie Oberbürgermeister Michael Dambacher, Josef Gentner, Geschäftsführer Wasserverband Obere Jagst, und das Ellwanger LGS-Team Zeuge, wie die ausführende Firma Zehe Gewässerbau mit dem Bagger erst einen Stamm als Leitplanke und dann das Erdreich in den alten Kanal der Jagst legte. Langsam bahnt sich die Jagst nun ihren neuen, rund 600 Meter längeren Weg auf die Stadt zu.

Bis zur Landesgartenschau 2026 und auch darüber hinaus wird sich die Gestalt der Uferzonen noch stark verändern. Erste Pflanzungen im Gebiet sollen durch die LGS bereits Anfang kommenden Jahres erfolgen. Die naturnahe Umgestaltung der Jagst bei Ellwangen ist ein Projekt des Regierungspräsidiums Stuttgart (RPS), die die LGS Ellwangen 2026 GmbH mit der Ausführung beauftragt hat. Die Gesamtplanung stammt vom Berliner Büro relais Landschaftsarchitekten. Die Firma BGS Wasserwirtschaft GmbH hat die Gestaltungspläne des Flussumbaus erstellt und führt die Bauleitung in diesem Bereich aus. Bis zu zehn Millionen Euro investiert das Regierungspräsidium Stuttgart in diese Renaturierung.

 

 

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DIE JAGSTSCHLAUFEN NEHMEN GESTALT AN

10|2023 WIE DAS REGIERUNGSPRÄSIDIUM STUTTGART MIT VIEL WISSEN DER NATUR RAUM ZUR ENTFALTUNG SCHAFFT

Viel Erde wird derzeit auf dem künftigen Areal der Landesgartenschau 2026 in den Ellwanger Jagstauen vor Schrezheim ausgehoben, denn hier entsteht das Herzstück der naturnahen Umgestaltung: Die Jagst wird aus ihrem begradigten, mit Ufersteinen verbauten Bett befreit, erhält neue Schlaufen und damit einen rund 600 Meter längeren Flusslauf. „Wir wollen dabei aber kein gleichmäßig vor sich hinfließendes Gewässer“, sagt Melchior Rettenmeier. Der Flussmeister des Regierungspräsidiums Stuttgart (RPS) ist für die Renaturierung zuständig. „Ökologischer Wasserbau ist eine lebendige Baustelle. Wir wollen, dass der Fluss arbeiten kann!“

Der neue Verlauf der Jagst wird deshalb mit Prall- und Gleithängen definiert, die mal fester und mal weniger fest verbaut sind. Über Gleithänge kann das Wasser fließen und so Material mitnehmen oder anschwemmen. Dazu wird ausgehobener Flusskies aus der Jagstaue neu positioniert und als Materiallager aufgeschüttet. Fast das gesamte Gestaltungsmaterial werde vor Ort gewonnen und so neu genutzt. Steilere Prallhänge bieten mehr Widerstand, werden vom Wasser über längere Zeit verändert. Nur ausgewählte Schleifen, die den Korridor des Flusslaufes begrenzen sollen, werden mit eingebauten Holzstämmen zusätzlich befestigt. „Hier wollen wir die Ausdehnung des Flusses begrenzen, um beispielsweise den Wegebau klar definieren oder Brücken planen zu können“, erklärt Rettenmeier.

Dabei kommt das sogenannte „engineered log jam“-Verfahren zum Einsatz, bei dem ganze Baumstämme, teilweise samt Wurzelballen, natürlichen Anschwemmungen nachempfunden in die Ufer eingebaut werden. Sie leiten das Wasser, bilden Angriffsflächen für Verwirbelungen und zudem schattenspende Unterspülungen und Fischunterstände, erläutert Rettenmeier. „Das werden langfristig lebende Hänge“, sagt er. Schon jetzt erkennt man bei einigen Konstruktionen frisch sprießendes Grün an den Stämmen.

Im neuen Flussbett ist aber noch mehr geschehen: Es wurden mit Stein und Holz Buhnen angelegt, die als Strömungslenker für das umfließende Wasser dienen. Hinter den Buhnen werden sich tiefere Kolke bilden, vor den Buhnen können Kiesbänke angeschwemmt werden, beides sind begehrte Lebensräum unterschiedlicher Tierarten. „Wir wollen Dynamik im Fluss und dass es überall ausreichend Sauerstoff gibt. Wir wollen Strukturen schaffen für alle Lebewesen.“ Orientierung liefere dabei ein „Fischökologischer Leitfaden“. So werde sich die Biodiversität erhöhen und der Fluss von hier typischen Fischarten besetzt. Auch an Käfern, Insekten, Fledermäusen, Vögeln und anderen Tieren ließen sich die ökologischen Verbesserungen nachvollziehen, am einfachsten sei es aber am Fischbesatz abzulesen, sagt der Experte.

Die Veränderung der Natur am Fluss werden nun durch den Menschen initiiert, sie werden aber noch Jahrzehnte dauern. „Die Entwicklung der Aue wird Jahre und Jahrzehnte dauern, das Bild des Flusses sich auch immer wieder ändern“, sagt Rettenmeier. Das in einem natürlichen Naherholungsidyll direkt vor der Haustüre erleben zu können, sei ein besonderer Reiz und großer Mehrwert für Ellwangens Bürgerschaft, ist Rettenmeier sicher. „Man sieht es ja auch an den renaturierten Bereichen an Brenz oder Kocher: Das sind Orte, an denen sich die Menschen gerne aufhalten.“

ÜBER DAS PROJEKT

Die naturnahe Umgestaltung der Jagst bei Ellwangen im Zuge der Geländegestaltung zur Landesgartenschau 2026 ist ein Renaturierungsprojekt des RPS als „Eigentümer“ der Jagst als Gewässers Erster Ordnung. Umgesetzt wird die Maßnahme im Zuge der Europäischen Wasserrahmenrichtlinie, die die Ertüchtigung der europäischen Binnengewässer zum Ziel hat. Die Arbeiten, die im LGS-Gelände unmittelbar am Flusslauf geschehen, werden vom Land mit bis zu zehn Millionen Euro finanziert. Die LGS Ellwangen 2026 GmbH führt im Auftrag des RPS nach den Plänen des Berliner Büros relais Landschaftsarchitekten das Großprojekt aus. Die Firma Brandt-Gerdes-Sitzmann Wasserwirtschaft GmbH hat die Gestaltungspläne des Flussumbaus erstellt und führt die Bauleitung in diesem Bereich aus.

 

Melchior Rettenmeier zeigt die Einbauten von Totholz als "engineered log jam": Eine der Natur nachempfundene Uferbefestigung.
So sehen die neuen Jagstschlaufen derzeit aus der Vogelperspektive aus.
Überhänge dienen den Fischen als Unterstand.
Bühnen sorgen für Bewegung im Wasser.
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„WIN-WIN“ MIT DEN AUENBÖDEN

09|2023 AUSHUB AUS DEN NEUEN JAGSTSCHLAUFEN WIRD IN GROSSEN TEILEN VOR ORT WIEDERVERWENDET

Bei den Bauarbeiten zur Geländegestaltung der Landesgartenschau 2026 in Ellwangen stehen die Planer bei der Umsetzung immer wieder vor großen Herausforderungen. Schließlich soll das Großprojekt auch in Sachen Nachhaltigkeit, also in den Bereichen Ökologie, Ökonomie und Soziales, Vorzeigecharakter entwickeln. „Wir haben ein Bodenschutzgesetz und das ist gut. Die Frage ist aber, wie man es bei so großen Baustellen wirtschaftlich umsetzt“, umreißt Stefan Powolny, städtischer Geschäftsführer der LGS Ellwangen 2026 GmbH, die Herausforderung, die in Ellwangen dank der guten Zusammenarbeit mit der Stadtverwaltung und den örtlichen Landwirten in einer „Win-Win-Situation“ münde, von der alle Seiten profitieren. Wie das gelingt wurde bei einem gemeinsamen Pressetermin erläutert.

Maßgeblich beteiligt ist in allen Fragen des Bodenmanagements das Büro Regioplus Ingenieure, das die gesamte LGS-Baustelle mit diesem Fokus begleitet. Geschäftsführer Jörg Schneider betont, dass es „einem Skandal“ gleichkäme, all das gute und über tausende von Jahren entstandene Erdmaterial einfach irgendwo zu deponieren. „Der Boden ist ein Buch über die Landschaftsgeschichte“, sagt der Experte, der die Qualitäten der mit gewachsenen Hohlraumsystemen und Milliarden von Mikroorganismen besetzten Erdbrocken erläuterte. Sie bilden die Grundlage für organisches Wachstum und haben eine hohe Wasseraufnahmefähigkeit. So seien nicht nur die obere Humusschicht, sondern auch der kulturfähige Unterboden wertvolle Materialien, die Pflanzenwurzeln, Bakterien, Pilze und Tiere beherbergten. „In einem Faust-großen Brocken leben mehr Mikroorganismen als Menschen auf der Welt“, sagt der Ingenieur.

Das Erdmaterial wird seit einigen Wochen auf die Flächen der Landwirtschaft rund um Schrezheim ausgefahren, dort in 25 bis 30 Zentimeter hohen Schichten ausgebracht und mit dem bestehenden Boden mittels Tiefenlockerer an der Planierraupe miteinander verbunden. „So entsteht ein neues Hohlraumsystem, in das Pflanzen wurzeln können. Rund 15 000 Kubikmeter wurden bisher auf diese Weise wiederverwendet. Hubert Kucher, Schrezheimer Landwirt und Vorsitzender des Kreisbauernverbandes, ist überzeugt vom Projekt, das perspektivisch die Bodenflächen aufwerte. Für drei Jahre haben die Bauern zugesagt, die tiefwurzelnde Luzerne, eine Klee-Pflanze, anzubauen, um die Bodenstruktur dauerhaft zu festigen. „Wir müssen zusätzlich für Pflege und Düngung investieren, um den Boden ertragreich zu machen.“ Deshalb erhalte man Entschädigungszahlungen von der LGS, die aber weit unter der Alternative einer Deponierung lägen, wie Powolny bestätigt.

Weitere bisher rund 16 000 Kubikmeter weniger hochwertigen Aushubs wurden zudem bei der Errichtung eines Lärmschutzwalls im Industriegebiet Neunheim eingebaut. Wolfgang Baur, Leiter des Amts für Liegenschaft und Steuern, ist maßgeblicher Koordinator und dankt auch den Landwirten, die durch Verkäufe der Flächen der Jagstaue praktisch erste Wegbereiter für die LGS gewesen seien. „Eine Deponierung des Aushubs wäre auch ökologisch völliger Nonsens“, sagt er, dankbar für die gute Zusammenarbeit zur ortsnahen Wiederverwendung.

Kucher lobt auch das ausführende Wasserbau-Unternehmen „Zehe“, das die Ausfuhr mit Traktoren anleitet. „Die Fahrer nehmen wirklich Rücksicht und sind bemüht. Natürlich sorgen die vielen Fahrten auch für Belastungen. Aber man muss das Ende im Blick haben: Die Landesgartenschau in Ellwangen wird wirklich toll, davon bin ich überzeugt.“

Beim Pressegespräch haben wir das Thema erläutert. So wurde berichtet:

Ipf- und Jagst-Zeitung

Schwäbische Post

 

 

So sehen die neuen Jagstschlaufen derzeit aus der Vogelperspektive aus.
Gruppenfoto beim Pressegespräch auf dem Feld (von links): Zahra Eslamikhah (Regioplus Ingenieure), Hubert Kucher (Kreisvorsitzender Bauernverband), Jörg Schneider (Rergioplus Ingenieure), Wolfgang Baur (Leiter Amt für Liegenschaften) sowie Stefan Powolny und Jan Fischer (LGS Ellwangen 2026 GmbH).
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VIER NEUE BRÜCKEN ENTSTEHEN IM AREAL

07|2023 ZUR LANDESGARTENSCHAU 2026 WERDEN DIE QUERUNGEN ÜBER DIE JAGST IM GELÄNDE MARKANTE WEGMARKEN BILDEN

„Die Brücken sind für uns spannende Orte, nicht nur wegen ihrer Funktionalität, sondern auch als besondere Orte in der Landschaft“, sagt Marianne Mommsen, relais Landschaftsarchitekten Berlin, die mit ihrem Team vier Brückenbauwerke entworfen hat. Vorsichtig in die Natur eingebettet verweisen die Flussquerungen auf natürliche Elemente, beispielsweise Totholzstämme, die über dem Fluss liegen, oder Wasserläufer mit ihren schlanken Beinen. Gemeinsam mit dem Berliner Büro Schöne neue Welt Ingenieure als Tragwerksplaner wurden die gestalterischen Ideen umgesetzt. Die Bauwerke ersetzen die bisher an diesen Stellen existenten Fuß- und Radwegbrücken, auf Höhe beim Sportplatz Schrezheim, bei Rotenbach sowie am Mühlgrabenwehr. „Die Wegebeziehungen und auch die Brücken selbst werden eine große Aufwertung erfahren“, sagt die Landschaftsarchitektin. Wir stellen die Brückenbauten kurz vor:

Die längste Brücke wird in Kombination mit einem über dem Boden geführten Holzsteg in den sich bildenden Auwald führen, mit umgekehrten Tragwerk an Zugseilen gespannt. „Über den Steg kann der Besucher ins ‚Heiligtum‘ eintreten“, sagt Mommsen, denn im Auwald soll der Mensch nur Beobachter sein und respektvoll und nicht störend auf Wegen geführt in den Naturraum eintreten. Auf der Stahlkonstruktion wird der Steg holzbeplankt, die Brücke wird auch schwingen können, um noch mehr Erlebnis zu bieten.

Die Holzbrücke für Radfahrer und Fußgänger unterhalb des Hangs nach Schrezheim beim Sportplatz wurde bereits abgebaut. Sie war baufällig und wird durch eine schlanke Brücke mit Fachwerksträger-Optik, die Zellstrukturen ähnelt, ersetzt. Die Auflager in den Uferzonen sind sensibel in die Landschaft eingefügt.

Bei Rotenbach wird der neugestaltete Jagstarm mit einer Brücke gequert, die einem Pavillon ähnelt. Die offene Tragwerkskonstruktion wird über den Köpfen der Besucher zusammengeführt, wodurch auch hier im Areal ein markanter architektonischer Anhaltspunkt gesetzt wird, ähnlich den „Follies“ genannten Zierbauten in Architektur und Gartenkunst.

An Stelle des Mühlgrabenwehrs wird nach dessen Rückbau ein völlig neues Querungselement benötigt, weil der Flussraum mit den ausgeweiteten Uferzonen viel breiter wird als bisher. Fast 30 Meter Spannweite wird die neue Brücke haben, die den Brückenpark mit dem Stadtstrand und Schießwasen verbindet.

Alle Brücken werden barrierefrei und mit geringen Steigungen konzipiert. Die Fundamente werden im Boden versenkt, sodass die Brücken freistehen oder lediglich von schmalen Füßen gestützt. In der Gestaltung sollen die Brücken wirken, als würden sie „aus der Landschaft herauswachsen“, sagt Planerin Marianne Mommsen. Die Bauzeit wird voraussichtlich bis Frühjahr 2025 dauern.

 

Beobachtungssteg Auenwald

Brücke Stadtstrand

Brücke Rotenbach

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ASPHALTBELAG FÜR FUSS- UND RADWEG NACH SCHREZHEIM

07|2023 AUSBAU DES FAHRSTREIFENS IST ERFOLGT

Die Fuß- und Radwegverbindung vom Mühlgraben aus in Richtung Sportplatz Schrezheim wird auch während der Bauarbeiten zur Landesgartenschau 2026 in Ellwangen dauerhaft geöffnet bleiben, das hat die LGS Ellwangen 2026 GmbH bereits zugesichert. In dieser Woche wurde nun der Fahrstreifen, der parallel zur Baustraße verläuft, mit einer Asphaltdeckschicht versehen. Diese Wegeverbindung wird auch während des Schauhalbjahres außerhalb des Veranstaltungsbereichs und damit außerhalb der Umzäunung liegen und damit frei passierbar bleiben, das teilt die Landesgartenschau Ellwangen 2026 GmbH mit. Die Arbeiten wurden im laufenden Betrieb ausgeführt und am Freitagnachmittag abgeschlossen. Die Sperrung wird aufgehoben, wenn der Asphalt ausgehärtet ist. Ein Umfahrung ist ausgeschildert.

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DIE GESTALTUNG DES NEUEN FLUSSBETTS FÜR DIE JAGST HAT BEGONNEN

07|2023 SEIT EINIGEN TAGEN ARBEITEN BAGGER IN DER JAGSTAUE – AUSHUB WIRD GENUTZT

Die Umgestaltung des Jagstverlaufs auf dem Areal der Landesgartenschau 2026 in Ellwangen ist ein zentrales Element und wird zügig vorangetrieben, um der Natur und dem Wasser möglichst viel Zeit zu geben, das Areal bis zum Eröffnungstag zu prägen. Im Bereich der bisher landwirtschaftlich genutzten Auenwiesen in Richtung Schrezheim werden derzeit die ersten Flussschlaufen ausgebaggert. Die qualitativ hochwertigen Bodenbestandteile werden in Richtung Süden über Schrezheim ausgefahren und in Kooperation mit den örtlichen Landwirten auf deren Felder in der nahen Umgebung ausgebracht. Zeitnah wird zudem die Modellierung eines Lärmschutzwalls im Erweiterungsbereich des Industriegebiets Neunheim gestartet, für den ebenfalls Aushub aus dem LGS-Areal eingesetzt wird, das über den Schießwasen in nördliche Richtung ausgefahren wird. Die Rad- und Fußweg-Holzbrücke über die Jagst bei Schrezheim und die schmale Brücke nach Rotenbach werden abgebrochen und zwischenzeitlich durch Furten für die Baustraße ersetzt. Beide Wegebeziehungen über die Jagst werden zur Landesgartenschau durch Brückenneubauten an fast den gleichen Positionen wiederhergestellt.

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PARKEN AUF DEM BRÜCKENPARK IST WIEDER MÖGLICH

06|2023 TELFLÄCHEN IM MÜHLGRABEN WIRD FÜR ÖFFENTLICHE NUTZUNG ALS PARKPLATZ FREIGEGEBEN

Die Grundausbauarbeiten auf dem künftigen Brückenpark der Landesgartenschau, dem ehemaligen Gelände des Baubetriebshofs im Mühlgraben, sind soweit fortgeschritten, dass eine eingezäunte Teilfläche ab Montag, 26. Juni 2023, wieder als Parkplatz genutzt werden kann, das teilt die Landesgartenschau Ellwangen 2026 GmbH in einer Pressenotiz mit. Nach den Aushubarbeiten wurde die Geländegestaltung definiert und ein belastbarer Zwischenbelag aufgebracht, der sich gut als Parkfläche eignet. Bereiche, in denen künftige Bepflanzungen mit Baumhainen geplant sind, wurden entsprechend mit Erde aufgefüllt und abgegrenzt. Die Fläche für den Neubau des Jugend- und Kulturzentrums bleibt vorerst abgesperrt.

Derweil wurde diese Woche die hölzerne Jagstbrücke auf Höhe des Sportgeländes Schrezheim zurückgebaut. Hier wird nun eine Furt angelegt, über die die Baustraße in Richtung Süden aus dem Gelände geführt wird. Ein neues Brückenbauwerk wird zur LGS 2026 an fast derselben Position errichtet werden und die Holzbrücke dauerhaft ersetzen.

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WEITERE FUSSWEGEVERBINDUNG WIRD GESPERRT

05|2023 QUERUNG VON DER ROTENBACHER STRASSE ZUM MÜHLGRABEN WIRD ZURÜCKGEBAUT

Aufgrund der voranschreitenden Bauarbeiten im Zuge der Landesgartenschau in Ellwangen muss voraussichtlich ab Montag, 5. Juni, der Fuß- und Radweg von der Rotenbacher Straße am Wellenbad entlang der Eiswiese über die Jagstbrücke zum Mühlgraben gesperrt werden. Diese Wegeverbindung hätte eigentlich schon zu Beginn der Arbeiten gesperrt werden müssen, wurde aber bisher so lange wie irgend möglich offengehalten.

Da nun aber die Einrichtung der Baustraße voranschreitet und in diesem Bereich starker Baustellenverkehr mit großen Maschinen queren wird, kann aus Verkehrssicherheitsgründen auf eine Vollsperrung nicht verzichtet werden. Die Sperrung wird dauerhaft aufrechterhalten, wie die LGS Ellwangen 2026 GmbH bereits in einer Pressemitteilung am 17. Januar 2023 mitgeteilt hat. Dabei sei man sich durchaus bewusst, dass die Querverbindung für viele Anwohner wichtig ist, der Weg wird aber tatsächlich rückgebaut und entfällt im künftigen Wegenetz des Areals.

Die Sperrung wurde vom städtischen Ordnungsamt angeordnet und wird vor Ort entsprechend ausführlich ausgeschildert sein. Die Passage für Fußgänger und Radfahrer tangential zur Baustelle durch den Mühlgraben Richtung Sportplatz Schrezheim bleibt dauerhaft möglich, ebenso kann im nördlichen Bereich die Wegeverbindung vom Campingplatz am Wellenbad vorbei parallel zur Rotenbacher Straße weiter genutzt werden.

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DIE JAGSTUMGESTALTUNG STARTET NUN OFFIZIELL

05|2023 SPATENSTICH MIT STAATSSEKRETÄR DR. ANDRE BAUMANN SOWIE VERTRETERINNEN UND VERTRETERN AUS POLITIK UND VERWALTUNG IM BEREICH DER KÜNFTIGEN FLUSSCHLEIFEN

Die Ellwanger Jagst wird zwischen Sportanlage Schrezheim und Wehr am Mühlgraben ihr Aussehen grundsätzlich ändern: „Es ist ein historischer Tag für den Flussverlauf“, sagte deshalb Oberbürgermeister Michael Dambacher beim offiziellen Spatenstich zur naturnahen Umgestaltung der Jagst zur Landesgartenschau 2026. Der Fluss werde wieder erlebbarer, neuer Lebensraum werde geschaffen. „Die Jagst wird wieder wichtiger Bestandteil unserer Stadt.“

Umweltstaatssekretär Dr. Andre Baumann schilderte die Bemühungen der Landesregierung in Baden-Württemberg, um den verbindlichen Vorgaben der europäischen Wasserrahmenrichtlinie gerecht zu werden. Steuergelder fließen so in „viele sinnvolle Projekte, die Mensch, Natur und Gewässern etwas zurückgeben“. Mit der Revitalisierung in Ellwangen erhalte die Jagst „ein Stück Natürlichkeit zurück“, werde resilienter in Zeiten des Klimawandels und schöner im Vergleich zum aktuell begradigten, festverbauten Zustand. Mit Fördermitteln in Höhe von rund zehn Millionen Euro unterstütze das Umweltministerium das Ellwanger Projekt, durch das die Jagst auf einer Strecke von bisher 1,4 Kilometern auf zwei Kilometer Länge anwachse und vom Steh- zum Fließgewässer werde. Baden-Württemberg nehme eine „Vorbildrolle“ in Deutschland ein, stelle man doch auch in diesem Jahr wieder über 110 Millionen Euro für Renaturierungen und den Hochwasserschutz im Land zur Verfügung. Ellwangen könne durch die Landesgartenschau 2026 auch zum Vorzeigeobjekt für andere Kommunen werden. „Das wird Lust auf lebendige Fließgewässer machen“, sagte Baumann.

Landrat Dr. Joachim Bläse betonte das gute Zusammenwirken aller Beteiligter bei diesem „Jahrhundertereignis für Ellwangen“. „Die Qualität einer Gartenschau wird mit dem entschieden, was man an Infrastruktur dauerhaft schafft“, sagte er. „Das ist das Gelände, dass die Bürger ab 2027 frei zugänglich erleben können.“ Die Wichtigkeit der Flüsse für den Menschen gehe historisch weit zurück, wie eine Urkunde von 1448 belege, als die erste Mühle an der Jagst im Ostalbkreis errichtet worden sei. Durch Hochwassergefahren habe man die Flüsse begradigt, sich „distanziert“. Das werde nun umgekehrt. Es gäbe Phasen des Säens und des Erntens. „Sie sind jetzt beim Säen, das wird nicht immer nur gelobt werden“, sagte Bläse. Wenn zur LGS 2026 dann die reiche Ernte anstehe, sei das aber vergessen.

Eva de Haas, Referatsleiterin Gewässer I. Ordnung, Hochwasserschutz und Gewässerökologie, Gebiet Süd, im Regierungspräsidium Stuttgart (RPS), stellte den Organisationsweg von der „Idee der großen Jagstschleifen“ für Ellwangen dar, der den Rückbau des Mühlgrabenwehrs und den Abstau der Jagst um gut zwei Meter erforderlich gemacht habe. Das Projekt „Jagstumgestaltung“ wird federführend vom RPS realisiert. De Haas Lob galt allen Beteiligten und insbesondere den Planern des Büros relais Landschaftsarchitekten Berlin: „Wir haben noch nie eine so gute Umgestaltungsplanung gesehen.“ Den häufig schwierigen Spagat zwischen Naturentwicklung und menschlichen Erlebnisräumen zu schaffen, sei mit dem Ellwanger Konzept hervorragend gelungen, wodurch die Maßnahme zum Vorzeige- und Prestigeprojekt werden könne.

Melchior Rettenmeier, RPS-Flussmeister an der Jagst, stellte den Projektbeteiligten anschließend noch konkret die Ingenieursleistungen vor und erklärte, wie die naturnahe Umgestaltung mittels Prall- und Gleitufern, die fester und loser verbaut werden, gelingen und dem Fluss Freiraum gegeben werden soll, seinen neuen Verlauf selbst zu definieren.

Bei einer kurzen Führung über das Gelände wurden die weiteren Planungen zur Landesgartenschau erläutert. Die Gestaltung der Jagstschlaufen in den südwestlich der Stadt liegenden Auen wird ab diesem Sommer umgesetzt und damit die erste große Neugestaltung zur Daueranlage der Landesgartenschau 2026 in Ellwangen.

Neben den lokalen Printmedien hat auch Regio TV einen Beitrag gemacht und der SWR hat berichtet.

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